Schachtleiter,
der sichere Weg in den Schacht!

Schachtleiter

Wann ist eine Schachtleiter die richtige Wahl?

Durch die baulichen Gegebenheiten ist es nicht immer möglich, eine Treppe einzubauen. Dies trifft vor allem auf kleine (in Breite und Länge) Schächte zu, wo der Platz für eine Treppe nicht ausreichend ist, jedoch nach dem Einbau der Schachtleiter noch ausreichend Rückenfreiraum bleibt. Weiterhin kann eine Schachtleiter eingesetzt werden, wenn der Auf- und Abstieg nur gelegentlich erfolgt und nur eine geringe Unfallgefahr besteht, wodurch die Schachtleiter eine günstige Alternative zu anderen Steigmitteln darstellt.

Schachtleitern werden bei senkrecht oder nahezu senkrecht verlaufenden Wänden bervorzugt verwendet, da diese günstig in der Anschaffung und leicht zu montieren sind.

Welches ist das richtige Material?

Für eine Materialauswahl müssen die örtlichen Gegebenheiten betrachtet werden. Hierbei wird für folgende Punkte Edelstahl bevorzugt - teils auch verpflichtend - eingesetzt:

Edelstahl und Stahl darf nicht eingesetzt werden, wenn sich in den Schächten oder Becken Flüssigkeiten oder Gase befinden oder sich bilden können, durch die eine Explosionsgefahr ausgeht. Bei diesen Bedingungen ist eine GFK-Schachtleiter die richtige Wahl. Weitere Informationen erhalten Sie hierzu im Menüpunkt "GFK".

Sollten keiner dieser Punkte zutreffen, können Sie auch auf die Schachtleiter aus feuerverzinktem Stahl zurückgreifen.

Höhe der Schachtleiter, der Sprossenabstand und die Wandanker

Zugelassen auf dem Deutschen Markt ist die Steigleiter für Schächte mit einem Sprossenabstand (Steigmaß) von 250-300 mm. (DIN EN 14396). Jedoch wird hauptsächlich ein Steigmaß von 280 mm angeboten. Das Steigmaß beschreibt den Abstand der Oberkante einer Sprosse zur Oberkante der nächsten Sprosse.

Die Wandanker sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Schachtleiter. Es dürfen nur Wandanker verwendet werden, die mit dem jeweiligen Steigleitersystem zusammen geprüft wurden. Die Mindestanzahl der Wandanker bei Steigleitern für Schächte mit zwei Seitenholmen beträgt 4 Stück. Sie müssen immer im Paar (links und rechts) in gleicher Höhe angebracht werden. Das obere Paar sollte bevorzugt unter der obersten Sprosse angebracht werden jedoch nicht tiefer als 600 mm, was unterhalb der zweiten Sprosse entspricht. Dies wird durch die EN 14396 geregelt. Desweiteren sind die Herstellerangaben zur Anzahl der Wandaker zu beachten, da die Anzahl der Wandanker sich bei größeren Baulängen (ab ~2,80m) vergrößert.

Die geringste Baulänge ist eine Schachtleiter mit zwei Sprossen. Dies entspricht einer Höhe von 560 mm (jedoch gibt es diese nur als Sonderanfertigung, wodurch eine Länge von 0,84 m die kleinste im Standardsystem ist). Jede weitere Sprosse fügt 280 mm zur Baulänge der Steigleiter hinzu.

Größere Baulängen als 4,20 m in einem Stück sind Sonderanfertigungen. Durch die Kombination einzelner Baulängen in Verbindung mit einem zugelassenen Verbindungsstück ist es möglich, größere Höhen mit Systemmaterial zu überbrücken. Als Verbindungselement dürfen nur Verbindungsstücke des jeweiligen Schachtleiterherrstellers Verwendung finden.

Die Trittsicherheit und die Qualität

Die Abrutsch- und Trittsicherheit sowie Stabilität spielen eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der Schachtleiter, wobei es drei technische Schwerpunkte gibt.

1. Der Holm (die senkrecht verlaufende Außenkonstruktion - Doppelholm -, welche auch zum Festhalten beim Auf- und Abstieg genutzt wird) muß in ausreichender Stärke gefertigt sein. Er muß jegliche Zugkräfte, die bei der Nutzung der Leiter entstehen, auffangen können ohne sich dabei zu verformen. Auch geringe Schwingungen sind bei normaler Nutzung nicht erwünscht, da dies zu einer erhöhten Unfallgefahr führt.

2. Die Sprosse (welche auch als Trittstufe bezeichnet wird) muß in ausreichender Breite (Auftrittsbreite) gefertigt sein. Hierbei sind zwei Mindestbreiten gängig und zugelassen. Die Schachtleiter LW 300, was einer Sprossenbreite von 300 mm entspricht, wobei die Breite der Schachtleiter 300 mm zzgl. beide Holme beträgt. Sowie die LW 400, mit einer Sprossenbreite von 400 mm und somit einer Gesamtbreite der Leiter von 400 mm zzgl. den beiden Holmen.

Neben der Breite der Sprosse ist die Rutschhemmung ausschlaggebend für die Qualität einer Sprosse. Gerade bei einem Vorhandensein von Schmierstoffen wie Öle, Fette oder Schlämme müssen die Sprossen eine Trittfläche aufweisen, welche mit starken Profilen - die nach unten offen sind - gefertigt werden. (GUV-R 181) Hierbei werden hauptsächlich Lochprofile eingesetzt aber auch Streifenprofile sind möglich. Bei uns erhalten Sie ausschließlich Schachtleitern mit Sprossen, die auch für die Nutzung bei einem Vorhandensein von Schmierstoffen geeignet sind.

3. Die Wandanker, welche die Verbindung zwischen Schachtleiterholm und Schachtwand darstellen, müssen mit einem Wandabstand von 150 mm (Länge des Wandankers von Schachtwand bis Holm) aufweißen, um einen ausreichenden Freiraum für die Füße zu bieten. Dürfen jedoch nicht zu lang sein, wo durch die Leiter zuweit in den Schacht hineinragen würde (Rückenfreiraum min. 600mm [ergibt sich aus der GUV-R 177 - Punkt 4.4 sowie der GUV-C C5]), damit eine Personenrettung jederzeit möglich ist. Weiterhin müssen die Wandanker in einer Materialstärke gefärtigt sein, das Sie alle auftretenten Kräft aufnehmen können.

Schachtleiter ist nicht Steigleiter

Nach DIN EN 14396:2004 wird eine Schachtleiter als "Steigleiter für Schächte" bezeichnet.

Auch wenn Schachtleitern umgangsprachlich auch als Steigleitern bezeichnet werden, ist dies technisch nicht korrekt, da eine Steigleiter in Konstruktion, Fertigung und Material an andere örtliche Gegebenheiten angepasst ist als eine Schachtleiter.

Schachtleitern dürfen im öffentlichen Sektor im Hochbau nicht eingesetzt werden, wie z.B. bei Schornsteinen, Brückenpfeilern, Türmen, Masten und Silos sowie Steiggänge die ausschließlich als Angriffs- und Rettungswege für die Feuerwehr dienen. (GUV-R 177). Hierzu gibt es gesonderte Hochbauleitern, welche in Kurzform als Steigleiter bezeichnet wird, die mit anderen Sicherungsmaßnahmen (wie Rückenschutz) gegen den Absturz ausgerüstet sind bzw. auf die Ausrüstung werkseitig vorbereitet sind.

Wiederum dürfen Steigleitern nicht in Bereichen eingesetzt werden, wo beispielsweise der Fallschutz nicht mittels Rückenschutz realisiert werden kann, was bei Schächten der Normalfall ist, da dort meist keine ausreichende Rückenfreiheit vorhanden ist. Eine Rettung von Personen - von oben - muß auch mit allen Einbauteilen immer gewährleistet sein (GUV-V C5), was bei der Konstruktion der Schachtleiter schon beachtung findet.